Carte soldat Belge 1914 150x150Aber der Krieg geht weiter. Nach einer kurzen Phase des Rückzugs sammeln sich die Deutschen wieder und nutzen die Geländebeschaffenheit, um von Verdun bis an die Oise günstige, leicht zu verteidigende Stellungen zu errichten. Ein Netz von Schützengräben breitet sich aus.Auf dieser Basis versuchen nun beide Seiten, sich in einem «Wettlauf zum Meer» durchzuringen. Mit den Zusicherungen eines kurzen Krieges ist es nun vorbei, ebenso mit den ehrgeizigen Kavallerie-Angriffen mit blankem Säbel oder der Hoffnung, noch vor Weihnachten nach Hause zurückzukehren.

Im Hinterland ist die Bevölkerung mit Meldungen über den brillanten Sieg an der Marne und dessen Architekten, General Joffre, gemästet worden. Aber Gallieni wird übergangen. Die Zensur hat alles im Griff und sich für eine Partei entschieden.

Jede Zeitung verweist auf die Tapferkeit der britischen Berufssoldaten, rühmt den unerhörten Widerstand der antiquierten Armee Belgiens, lobt dessen mutige Bevölkerung und preist seinen König. Sie müssen allerdings auch darüber berichten, dass die beiden russischen Armeen, die nach Ostpreußen vorgedrungen waren, bei Tannenberg und an den Masurischen Seen von Hindenburg, einem alten deutschen General, den man überstürzt aus dem Ruhestand zurückbeordert hatte, vernichtend geschlagen wurden.

Die Presse erwähnt auch Probleme infolge des Eintreffens Zehntausender Flüchtlinge, die vor den Invasoren geflohen sind.

Jean-Pierre VERNEY